„Meuthen ist auf Abruf“

von Redaktion

Petry sieht AfD-Chef in Abhängigkeit vom rechten Höcke-Flügel

Berlin – Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry sieht bei ihrem früheren Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen eine große Abhängigkeit vom rechtsnationalen Flügel um Björn Höcke. „Meuthen ist da, wo er jetzt ist, auf Abruf – wenn der ,Flügel‘ ihn fallen lässt, dann ist er durch“, sagte die fraktionslose Bundestagsabgeordnete. Meuthen war Anfang Dezember als AfD-Chef bestätigt worden. Er führt die Partei jetzt zusammen mit Alexander Gauland.

Petry war nach der Bundestagswahl aus der AfD ausgetreten. Sie gründete gemeinsam mit ihrem Ehemann Marcus Pretzell und weiteren AfD-Abtrünnigen das Bürgerforum „Blaue Wende“. Sie sei ausgetreten, weil sich Politiker wie der Thüringer Fraktionschef Höcke und die sächsischen Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese und Jens Maier „auf den Geschichtsrevisionismus konzentrieren, und weil ich bei Einzelnen in der AfD extremistische Ansätze sehe“. Auch sei die Partei in einigen Fragen nach links gerückt.

Auf die Frage, wie Petrys Abgrenzung nach rechts zu ihrer Teilnahme am Treffen der rechten EU-Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) im vergangenen Januar passe, sagte sie: „Wir wollten nicht, dass Höcke und seine Leute Kontakte zu Politikern wie Heinz-Christian Strache von der FPÖ und Marine Le Pen vom Front National knüpfen, um diese dann im innerparteilichen Machtkampf zu instrumentalisieren.“ Petry räumte aber ein: „Womöglich haben wir damals die negativen Reaktionen unterschätzt.“

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