Megathema Pflege

Eine Chance für die SPD

von Redaktion

Wo werden Sie einmal sein? Und wie wird es Ihnen dort gehen? Das Thema Pflege ist die Schicksalsfrage einer alternden Gesellschaft. Und doch werden die Herausforderungen, die so offen vor uns liegen, nur halbherzig angegangen. Die Politik setzt bisher andere Prioritäten. Dabei sind die Probleme so groß und vielseitig – und die Zeit drängt. Alleine bis 2030 werden 270 000 neue stationäre Pflegeplätze benötigt, schätzen Experten. Und wie gehen wir eigentlich damit um, dass auch unter den Pflegepatienten zunehmend mehr Migranten mit einer anderen Kultur und einer anderen Sprache sind und sein werden? Bei den Jamaika-Gesprächen haben all diese Fragen nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Die anstehenden schwarz-roten Sondierungen bieten nun einmal mehr eine Möglichkeit, dem Megathema endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Besonders für die SPD liegt darin auch eine politische Chance. Schon im Wahlkampf hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen „Neustart bei der Pflege“ angekündigt und versichert, die Verbesserung der Pflege alter Menschen zur zentralen Staatsaufgabe zu machen. Nun könnte er als Koalitionspartner umsetzen, was er für seine Kanzlerschaft versprochen hat. Die Sozialdemokraten, die immer so viel Angst haben, sich in einer GroKo-Neuauflage wieder nicht gegen Angela Merkel und die Union behaupten zu können, hätten beim Thema Pflege die Chance, sich nachhaltig zu profilieren.

Sebastian Horsch

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