Das Ringen um mehr Tierwohl

Dürftige Bilanz

von Redaktion

Wenn es ums Tierwohl geht, schauen die Deutschen mittlerweile ganz genau hin. Aus dem jüngst vorgestellten Ernährungsreport geht hervor, dass 87 Prozent der Befragten bessere Standards in der Tierhaltung möchten. Trotzdem gilt bei vielen Verbrauchern noch immer: Die Moral endet am Regal. Häufig deckt sich das Einkaufsverhalten nicht mit den Aussagen in den Umfragen. Und am Ende wird eben produziert, was sich verkauft.

Schuld daran sind aber nicht nur der sparsame Kunde oder das Siegel-Wirrwarr im Supermarkt. Es fehlt auch an politischen Impulsen. Zwar wird mit der Branchen-Initiative Tierwohl, bei der die großen Handelsketten Geld für Verbesserungen bei der Tierhaltung bereitstellen, eine breite Masse von Betrieben erreicht – aber nur, weil die Kriterien kaum über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Für große Investitionen bei den Tierhaltern reicht das Geld aus der Initiative nicht aus.

Ernährungsminister Christian Schmidt hat es verpasst, beim Thema Tierwohl Lösungen zu präsentieren, die dem Wunsch der Verbraucher entsprechen und gleichzeitig bäuerlichen Familienbetrieben die Zukunft sichern. Sein im vergangenen Jahr vorgelegtes Papier über die Zukunft zur Nutztierhaltung blieb vor allem in der Finanzierungs-Frage schwammig. Und die Einführung des geplanten staatlichen Tierwohl-Labels ist bis heute nicht gelungen. Eine dürftige Bilanz.

Dominik Göttler

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