Was ist das für eine Mutter, die so etwas macht? Eine Frau verkauft gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihren neunjährigen Sohn übers Internet an Pädophile. Bietet ihn an wie Fleisch, lässt ihn von Fremden vergewaltigen. Der Freiburger Missbrauchsfall sprengte schon in den ersten Polizeimeldungen alle Dimensionen des normal Vorstellbaren. Doch je mehr Details bekannt werden, umso unvorstellbarer wird er: Obwohl Jugendamt, Polizei und Justiz gewusst haben sollen, dass ein vorbestrafter Sexualstraftäter, dem ein Kontaktverbot mit unter 18-Jährigen auferlegt war, in einer Wohnung mit dem Neunjährigen wohnte, soll es nicht möglich gewesen sein, den Buben zu schützen? Wo genau die Fehler lagen, soll jetzt ermittelt werden. Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) versprach, die Rolle von Behörden und Justiz überprüfen zu lassen. Eine Aufarbeitung, die gründlich betrieben werden sollte – mit entsprechenden Konsequenzen wie mehr Personal und bessere Fortbildung der Mitarbeiter. Ein Fall wie dieser darf sich nicht wiederholen.
Doch sollte er auch jedem Einzelnen Mahnung sein, nicht wegzuschauen, wenn sich in seinem Umfeld ein Verdacht auftut. Denn auch in Freiburg wollen die Angehörigen mal wieder nichts bemerkt haben. Wie so oft schon.
Claudia Muschiol
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