Ungleiche Vermögensverteilung

Auch ein deutsches Problem

von Redaktion

In vier Tagen verdient ein Top-Manager mehr als eine Näherin in Bangladesch in ihrem Leben. Die Zahl der Milliardäre steigt rasant, ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr als die übrigen 99 Prozent zusammen. Und der Trend zeigt weiter in diese Richtung, auch wenn die Zahl der weltweit Armen gesunken ist. Oxfam prangert passend zum Treffen von Regierungschefs und Konzernlenkern im Schweizer Nobel-Ort Davos einen anhaltenden Skandal an. Und das zu Recht.

Da müssen auch die Deutschen mit dem Finger nicht nur auf andere Länder zeigen, in denen die Ungleichheit immer größer wird. Auch hierzulande geht die Schere immer weiter auseinander. In einem Dax-Konzern müsste ein durchschnittlicher Angestellter fast 160 Jahre arbeiten, um auf das Jahreseinkommen seines obersten Chefs zu kommen. Solche Berechnungen mögen überspitzt sein. Aber sie zeigen, dass auch hierzulande einiges schiefläuft. Auch die Politik lässt nicht wirklich erkennen, dass sie gegensteuern will – mit deutlich höheren Investitionen in Bildung, mit klaren Gesetzen für eine faire Besteuerung und einem entschiedenen Kampf gegen Steuertricksereien. Dabei müsste gerade Top-Managern und Politikern klar sein, dass der soziale und politische Sprengstoff enorm ist.

Rolf Obertreis

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