So hat sich Donald Trump sein erstes Jahres-Jubiläum im Amt sicher nicht vorgestellt. Massenproteste in US-Metropolen vor allem von Frauen. Dazu eine Haushaltssperre, die empfindliche Folgen für alle staatlichen Verwaltungsstellen haben kann. Die Schuld am sogenannten „Shutdown“ schieben sich wie immer die beiden großen Parteien gegenseitig zu. Doch Trump hätte diese Krise vermeiden können – wenn er die Republikaner endlich zu lange überfälligen Zugeständnissen gezwungen hätte, was junge Migranten angeht.
Weder George W. Bush noch Barack Obama mussten mit derart massiven Gegenreaktion auf ihre Politik umgehen. Bei den Protesten am Wochenende ging es nicht nur um Trumps Frauen-Bild. Die Demonstranten zogen auch gegen die Migrationspolitik des Präsidenten, seine Abwendung von den Pariser Klimaverträgen, seine Anti-Abtreibungsposition und seine Missachtung von Umweltaspekten bei neuen Erlassen zur Öl- und Gasförderung zu Felde. Der Umfang der Proteste zeigte dabei, dass sich kritische Bürger in den USA auch von guten Jobzahlen und Börsenrekorden nicht ablenken lassen. Die Republikaner stehen bei den Kongress-Zwischenwahlen in diesem Jahr vor einer enormen Hürde.
Friedemann Diederichs
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