Donald Trump in Davos

Fehl am Platz

von Redaktion

Der Isolationist Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Das mutet zunächst als Paradoxum an. Welchen Zweck hat dieser Auftritt – außer, so wie es der heute eintreffende US-Präsident erwarten kann, alle Aufmerksamkeit und alle Kameralinsen auf sich zu ziehen? Fast schon provokativ klingt die Aussage von Trumps Sprecherin, er wolle dort seine „America first“-Agenda mit anderen Weltführern vorantreiben.

Good luck, Mr. President, möchte man ihm zurufen. Denn Davos findet seit jeher unter dem Anspruch statt, globale Kooperation zu diskutieren und zu fördern. Doch Trump will das Rad kontraproduktiv zurückdrehen und beispielsweise existierende Handelsabkommen auf den Prüfstand stellen, um maximalen Vorteil für die USA herauszuschlagen. Das muss nüchtern gesehen nichts Schlechtes sein, denn die Aufgabe von gewählten Politikern ist in erster Linie die Vertretung nationaler Interessen. Doch was bei Donald Trump im ersten Amtsjahr bereits schmerzhaft klar wurde, ist dies: Diplomatie und Kompromissbereitschaft sind nicht seine Stärken. Die ersten Stellungnahmen in Davos zeigten bereits, dass für Trump dort teilweise ein eiskalter Wind wehen wird. Viel gewinnen kann er dort nicht.

Friedemann Diederichs

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