Was tun gegen Flächenfraß?

Fluch der Bequemlichkeit

von Redaktion

Sie heißen Lieferando oder Bringmeister, Amazon oder Zalando: Lieferdienste sind der letzte Schrei – und Fluch zugleich. Denn die Kehrseite der Bequemlichkeit und des Kulturwandels beim Einkauf ist ein Meer aus Lagerhallen und Discountern, an denen das schöne Bayernbild langsam ernsthaft Schaden nimmt. Abschreckende Beispiele gibt es leider zuhauf, da muss man nur mal die Deggendorfer Autobahn entlang fahren, oder die B471, oder aber die Kreiselmania vor der Einfahrt vieler Dörfer betrachten: links zum Discounter, rechts zur Tanke, geradeaus ins verödete Ortszentrum. Höchste Zeit für eine Umkehr. Das hat nun, auffallenderweise wie schon bei den Studiengebühren und den leidigen Straßenausbau-Beiträgen erst mit sanfter Nachhilfe durch ein Volksbegehren, auch die CSU erkannt. Urheberrechtsschutz gibt es freilich in der Politik nicht. Also: Besser spät als nie, möchte man sagen.

Nun kann man über die Schärfe des vorgeschlagenen CSU-„Anreizpakets“ gewiss streiten. Die Grünen, klar, halten es für ein stumpfes Schwert. Wichtig ist aber, dass die Diskussion über den Landverbrauch endlich Maßnahmen nach sich zieht. Die CSU schlägt da durchaus einen weiten Bogen, weil sie auch die Wohnbaugebiete in den Blick nimmt. Auch da liegt vieles im Argen. Der Traum vieler Bürger ist das Eigenheim mit etwas Garten – daran kann man nicht vorbei. Aber muss es immer ein üppiges Einfamilienhaus im Toskana-Villen-Stil sein, das dann neben dem Discounter ortsprägend ist? Darüber zu bestimmen, liegt nicht, wenigstens nicht allein, in der Kompetenz von Bund und Land. Da ist schon auch die Verantwortung der Bürgermeister und Gemeinderäte gefragt. Auch sie müssen die Interessen des gesamten Landes im Blick haben.

Dirk Walter

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