Renten-Einigung

GroKo macht sich’s leicht

von Redaktion

Die GroKo-Verhandler wollen die Mütterente ausweiten und die Renten-Beiträge deckeln. Was zunächst gut klingt, geht in Wahrheit voll zulasten der Beitragszahler.

Bis 2025 sollen die Renten-Beiträge nicht über 20 Prozent steigen, wird aus Berlin verkündet. Ein Versprechen, das seinen Zauber schnell verliert, wenn man in die Prognosen der Rentenversicherung blickt. Bis 2025, so ist dort nachzulesen, wird nämlich ohnehin nur mit einem Anstieg auf 20,1 Prozent gerechnet. Richtig teuer wird es erst danach. Die vermeintliche Wohltat ist nicht mehr als eine Zustandsbeschreibung. Auch die Ausweitung der Mütterente belastet die Beitragszahler zusätzlich. Keine Frage, die begünstigten Mütter haben jeden Cent davon verdient. Nur ist die Würdigung von Kindererziehungszeiten generell nicht die Aufgabe der Rentenversicherung, sondern die der gesamten Gesellschaft. Wenn die kommende Große Koalition die neue Mütterrente will, muss sie die Kosten von 3,4 Milliarden jährlich aus Steuergeldern bezahlen. Das aber schließen die angehenden Koalitionäre offenbar aus. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Beitragszahler sollen dafür aufkommen – ob nun direkt oder über die Rücklagen.

Mit dem erneuten Griff in die Rentenkasse macht es sich die angehende GroKo leicht. Sich an den Rücklagen zu bedienen, die absehbar bald bitter benötigt werden, ist einfacher als dem Steuerzahler in die Tasche zu greifen. Doch die kommenden Koalitionäre versündigen sich damit an den Rentnern von morgen.

Sebastian Horsch

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