Nach einem internen Schlagabtausch zum Thema Migration streiten SPD-Vize Ralf Stegner und die CSU auch in der Öffentlichkeit. Die SPD trete bei den GroKo-Verhandlungen insgesamt geschlossener auf als die Union, sagte Stegner unserer Online-Redaktion. Zudem warf er den CSU-Verhandlern Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer Intrigen und „unseriöse Methoden“ vor. Gerade Scheuer liege „notorisch neben der Wahrheit“. Und: „Man muss zu dem Ergebnis kommen, dass die CSU im Wettbewerb mit der AfD deren Parolen übernimmt.“ Konkret stört Stegner die Blockade vor mehr Zugeständnissen beim Familiennachzug. „Ich wundere mich einfach, wie sich eine Partei, die sich christlich nennt und ein ,C’ im Namen trägt, derart weigern kann, Familien aus Kriegsgebieten aufzunehmen.“ CSU-Chef Horst Seehofer konterte die Kritik und bezeichnete Stegner als „Konsensbremse“. „Deshalb hat es auch keinen Sinn, sich furchtbar lange und tief damit zu beschäftigen, was Herr Stegner sagt.“ Insgesamt sei man „atmosphärisch auf einem guten Weg“.