Cannabis-Legalisierung

Drüber nachdenken!

von Redaktion

Legalisieren oder nicht? Die Diskussion um den richtigen Umgang mit Cannabis ist seit Jahren in der Welt – und kommt doch nicht recht vom Fleck. Befürworter wie Gegner beharren stur auf ihren Positionen: Die einen geben sich sorglos, die anderen alarmistisch. Dass nun ausgerechnet (!) die deutschen Kriminalbeamten das Verbot als „weder intelligent noch zielführend“ kritisieren, mag nicht jedem gefallen: Aber es belebt die zementierte Debatte.

Das ist nötig, denn die Antwort auf die Legalisierungs-Frage ist nicht leicht zu haben. Es stimmt ja, was die Kriminaler sagen: Jeden noch so geringen Besitz von Marihuana zu ahnden und zu bestrafen (pro Jahr gibt es 140 000 Strafverfahren!), bindet Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen. Auch Juristen klagen, das Verbot schade mehr, als es nutze. Und die oft geäußerte Angst, Marihuana sei eine gefährliche Einstiegsdroge, ist unter Medizinern höchst umstritten. Die Niederlande etwa haben ein offenes Verhältnis zu Cannabis, aber keine erhöhte Zahl von Heroinsüchtigen. Das heißt nicht, Bedenken einfach wegzuwischen. Denn richtig ist auch: Heutige Züchtungen enthalten teils hochkonzentriertes THC. Der Cannabis-Wirkstoff kann, über die Maßen konsumiert, zu Hirnschädigungen führen.

Wo ein Verbot ist, da ist auch ein Reiz. Und Tatsache ist: Die Kriminalisierung von Cannabis führt nicht dazu, dass weniger Menschen kiffen. Sondern dazu, dass sie sich in zwielichtige Szenen begeben, um an ihren Stoff zu kommen. Wäre es nicht besser, der Staat würde verbindliche Regeln für Anbau, THC-Konzentration und Vertrieb aufstellen – mit anderen Worten: Kontrolle ausüben? Zugleich könnte er über die schädliche Wirkungen aufklären. Man muss gar nicht auf die Steuereinnahmen hinweisen, die dem Staat bisher durch die Lappen gehen, um zu sagen: Wir sollten zumindest ernsthaft darüber nachdenken.

Marcus Mäckler

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