München – Die bayerische SPD hat im Willy-Brandt-Haus traditionell einen recht schweren Stand. Umso erstaunlicher war zuletzt, wie rasch Natascha Kohnen sich auch in Berlin einen Namen machte. Aus Kreisen der Bundes-SPD heißt es, dass ihr bereits Sigmar Gabriel das Amt der Generalsekretärin angetragen habe. Kohnen aber entschied sich für Bayern – angeblich auch wegen des schwierigen Verhältnisses zum damaligen Vorsitzenden.
Auch jetzt wurde die 50-Jährige, die in den Koalitionsverhandlungen das Thema Wohnen verantwortete, vom ein oder anderen als mögliche Ministerin gehandelt. Kohnen will nichts über interne Gespräche verraten, sagt aber: „Berlin ist derzeit keine Option. Ich will als Spitzenkandidatin zur Landtagswahl antreten.“ Als Bundes-Vize bleibe sie ohnehin in Berlin aktiv, der Schwerpunkt liege aber auf Bayern.
Deshalb müssen die bayerischen Genossen im Bundeskabinett kleine Brötchen backen. Bislang kommen zwei Staatssekretäre aus Bayern: der ehemalige Landeschef Florian Pronold (Bau) und Anette Kramme (Arbeit). Beide sind auch Kandidaten für die Zukunft, wobei zumindest Pronold das Ressort wechseln müsste. Genannt werden auch der Umweltpolitiker Carsten Träger, der erst kürzlich für den verstorbenen Ebersberger Ewald Schurer in den Bundestag nachgerückt war, und Sabine Dittmar. Das Problem: Die Ärztin ist ausgewiesene Gesundheitspolitikerin, das Ressort darf aber die Union besetzen.
Entschieden ist noch nichts. Nicht einmal die Zahl der Posten, die die Bayern besetzen dürfen. Mike Schier