Internationale Reaktionen zur GroKo

von Redaktion

The Telegraph, London:

„Es gibt schlechte Nachrichten für jeden, der gehofft hatte, dass diese Einigung auf eine Koalition Angela Merkel die Freiheit für mehr Flexibilität bei den Brexit-Verhandlungen geben könnte. Die neue Regierung wird stattdessen voraussichtlich viel aktiver den Ausbau der europäischen Integration vorantreiben.“

Duma, Sofia:

„Interessant ist, dass die CSU das Innenministerium mit Horst Seehofer an der Spitze bekommt, das reformiert werden soll. Dies wird wahrscheinlich eine zusätzliche Verhärtung der deutschen Flüchtlingspolitik bedeuten, da die CSU ein unnachgiebiger Gegner der Politik der offenen Türen ist.“

Neue Zürcher Zeitung:

„Unter dem dominierenden Einfluss der SPD ist der Koalitionsvertrag geprägt vom Geist der Rückwärtsorientierung, des Korrigierens vermeintlicher, in der Vergangenheit zugelassener Fehlentwicklungen und ‚Ungerechtigkeiten‘. Wenn man überhaupt eine gemeinsame Vision erkennen will, dann das Ziel, die vor fünfzehn Jahren beschlossenen Wirtschaftsreformen der Ära Schröder zurückzudrehen: Deutschland schreitet vorwärts in die Vergangenheit.“

DNA, Straßburg:

„Als wolle die CDU in erster Linie Angela Merkel als Kanzlerin halten und sich auf ihre Führungsqualitäten verlassen. Gleichzeitig wird ihre Ablösung vorbereitet. Denn Merkel ist innerhalb ihrer eigenen Partei nicht mehr unumstritten.“

NRC Handelsblad, Amsterdam:

„In den vergangenen acht Jahren war die EU in Berlin ein CDU-Monopol von Merkel und dem Spar-Falken im Finanzministerium, Schäuble. Merkel behält die Führung, aber sie wird bald flankiert sein von zwei Sozialdemokraten.“

Times, London:

„Die Koalition könnte möglicherweise nicht vier Jahre bestehen und Angela Merkel wird nicht die dominante europäische Figur sein, die sie in ihren ersten drei Amtszeiten war. Britische Minister, die darauf hoffen, diese Schwäche in den Brexit-Gesprächen auszunutzen, werden wahrscheinlich enttäuscht. Merkels Führungsrolle in Europa ist inzwischen an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gegangen.“

La Repubblica, Rom:

„Die Geburt einer deutschen Regierung, die endlich ohne Argwohn nach Brüssel schaut, ja eher mit Enthusiasmus, und die einen Sozialdemokraten als Finanzminister einsetzt, ist sicher eine gute Nachricht für Europa.“

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