CSU-Personal

Tauziehen um Gerd Müller

von Redaktion

Parteifreunde drängen Seehofer, den Entwicklungsminister zu halten

München – Hinter den Kulissen startet in der CSU der Kampf um die Ministerposten für Berlin. Mit Wortmeldungen und per SMS bedrängen zahlreiche Politiker vor allem aus Schwaben Parteichef Horst Seehofer, Entwicklungsminister Gerd Müller nicht aus dem Kabinett zu kegeln. Sein Handy-Speicher sei voll mit Ratschlägen, spöttelte Seehofer in einer Sitzung des Parteivorstands. Unter anderem soll sich der Ehrenvorsitzende Theo Waigel für Müller eingesetzt haben.

Der Noch-Minister (62) ist unter Druck geraten, weil ihm Parteifreunde eine unscharfe Verhandlungsführung in den Koalitionsgesprächen vorwerfen. Müller neigt zur Weitschweifigkeit – seine Kompetenz und sein Einsatz gegen Armut und Fluchtursachen sind aber parteiübergreifend anerkannt. In inoffiziellen Minister-Listen stand statt seinem Namen der der unterfränkischen Verkehrs-Staatssekretärin Dorothee Bär (39).

Seehofer versucht, die Personalspekulationen zu dämpfen. Womöglich sitze er bald mit Müller gemeinsam am Kabinettstisch, soll er im Vorstand gesagt haben. Bekannt geben will er die Namen der Minister erst am 5. März. Müller wie Bär versichern, mit ihnen sei noch nicht gesprochen worden.

Dritter CSU-Minister (Verkehr) könnte Andreas Scheuer (43) werden. Vertraulich vereinbart ist zudem, dass die CSU drei Staatssekretäre stellen kann. Als Favoriten gelten Stephan Mayer (44, Innen), Daniela Ludwig (42, Verkehr) und Thomas Silberhorn (49, Entwicklung). Falls die CSU Staatssekretäre in CDU-Ministerien (Verteidigung?) stellt, sind auch andere Fachpolitiker im Gespräch.  cd

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