Erdogan warnt US-Truppen vor „osmanischer Ohrfeige“

von Redaktion

Militärkonflikt in Nordsyrien wird Thema Besuch von US-Außenminister Tillerson – EU warnt Türkei nach Zwischenfall im Mittelmeer

Istanbul – Im Nordsyrien-Konflikt verschärfen sich die Spannungen zwischen der Türkei und den USA. Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson am Donnerstag in Ankara warnte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, dass US-Truppen in Manbidsch bei einem möglichen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG nicht im Weg stehen dürften. In einer Ansprache vor der Fraktion der Partei AKP drohte er den amerikanischen Soldaten mit einer „osmanischen Ohrfeige“.

„Natürlich werden wir nicht absichtlich auf sie zielen“, sagte Erdogan unter Applaus. „Aber wir verkünden jetzt schon, dass wir jeden Terroristen, den wir sehen, vernichten und ausmerzen werden – angefangen mit denen, die direkt neben ihnen stehen. Eben dann werden sie einsehen, dass es für sie besser wäre, wenn sie sich nicht neben den Terroristen aufhielten, denen sie auf die Schulter klopfen.“

Die „New York Times“ hatte vergangene Woche US-General Paul Funk bei einem Besuch in Manbidsch zitiert, der mit Blick auf die Türkei gesagt hatte: „Wenn ihr uns angreift, werden wir hart reagieren. Wir werden uns verteidigen.“

Die türkische Armee hat am 20. Januar eine Offensive gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Erdogan hat mehrfach damit gedroht, danach die YPG in Manbidsch anzugreifen. 2016 hatte eine von der YPG geführte und von den USA unterstützte Koalition Manbidsch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit.

Erdogan kritisiert, dass die USA die YPG unterstützen würden und dass die Amerikaner im Kampf gegen den IS eng mit der Kurdenmiliz zusammenarbeiteten. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation ein. Die Miliz unterhält enge Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA auf der Liste der Terrororganisationen steht.

Derweil hat die EU die Türkei nach einem erneuten Zwischenfall im Mittelmeer eindringlich vor weiteren Provokationen gewarnt. Man rufe die Türkei auf, von Handlungen Abstand zu nehmen, die die gute Nachbarschaft gefährden könnten, sagte der Sprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Die Türkei habe die Souveränität der EU-Staaten über deren Hoheitsgewässer und Luftraum zu respektieren. Die türkische Küstenwache hatte in der Nacht auf Dienstag im Südosten der Ägäis ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache gerammt und beschädigt. Zudem blockieren weiterhin türkische Kriegsschiffe ein italienisches Bohrschiff bei einer Erkundungsfahrt vor Zypern.

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