Amman – Die Türkei hat die syrische Regierung vor einer Unterstützung der Kurdenmiliz YPG gegen die türkischen Streitkräfte im Norden des Bürgerkriegslandes gewarnt. „Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen oder ihren Schutz zu gewährleisten, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Jordanien. Sollten Syriens Truppen die Region dagegen von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der YPG „säubern“, sei das unproblematisch.
Die YPG und Syriens Regierung verhandeln unter Vermittlung Russlands über die Entsendung regierungstreuer Kräfte in die von Kurden kontrollierte Region Afrin. Der Ex-Vorsitzende der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, sagte jedoch in Berlin, es sei noch keine Einigung erzielt worden. Die PYD ist eng mit der YPG verbunden.
Türkische Truppen und syrische Verbündete hatten vor einem Monat eine Offensive auf Afrin begonnen. Das Gebiet wird von der YPG beherrscht. In dem Bürgerkrieg steht Ankara an der Seite der Rebellen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Januar als „Mörder“ bezeichnet.
Nach türkischen und russischen Angaben telefonierte Erdogan am Montag zum Thema Syrien mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Derweil meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die Türkei habe ihren Beschuss auf Afrin verstärkt. dpa