Bayerns Opposition

Zu viele Juniorpartner

von Redaktion

Bayerns FDP hat eine gute Personalentscheidung getroffen. Leider zum falschen Zeitpunkt. Auf den letzten Drücker, nach einer Hopplahopp-Urwahl, machen die Liberalen den jungen, klugen, telegenen, aber völlig unbekannten Martin Hagen zu ihrem Spitzenkandidaten. Ihm läuft die Zeit davon beim Versuch, bis Herbst landesweit Profil und Prominenz zu gewinnen, noch dazu als Außerparlamentarier. Diese Zeitplanung spielt Bald-Amtsinhaber Markus Söder (CSU) in die Hände.

Wie so vieles derzeit in der Opposition, die zu intensiv von der CSU-Juniorpartnerschaft träumt. Die SPD unter Natascha Kohnen lässt viel mediales Potenzial liegen, das diese frische Spitzenkandidatin als Landeschefin und Bundesvize hätte. In der Folge nähern sich SPD und Grüne irgendwo zwischen 12 und 15 Prozent an. Die Freien Wähler schrumpfen der Fünf-Prozent-Hürde entgegen, weil ihr Themen fehlen oder von der CSU entschärft werden (Straßenausbau). Keiner ist in der Riege der Opposition erkennbar, der als Anti-Söder auftritt, als charismatischer Gegenentwurf, nicht nur als Korrektiv. Der Landtag nähert sich einer kuriosen Situation: Wenn mindestens FDP und Linkspartei knapp nicht reinkommen, wenn die Abspaltung „Mut“ die Grünen ein, zwei Punkte kostet, dann kann der sein Image fleißig glättende Söder mit 43 Prozent allein regieren.

Christian Deutschländer

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