Auf die Taube folgt ein Falke. Mit dem Abgang von Rex Tillerson wird die Fraktion der Moderaten in der US-Regierung weiter geschwächt. Zum neuen Außenminister ernannte Donald Trump den bisherigen CIA-Direktor Mike Pompeo, einen Hardliner. Pompeo war bereits als Chef des Auslandsgeheimdienstes in den Zirkel der Trump-Flüsterer eingerückt. In den täglichen Geheimdienstbriefings im Weißen Haus erwarb er Trumps Wohlgefallen nicht nur mit beflissenen Lobpreisungen des Präsidenten, sondern auch harten Positionen – etwa zum Iran. Während Tillerson vergeblich für das Festhalten am Atom-Abkommen mit Teheran warb, ist Pompeo von jeher ein strikter Gegner der Vereinbarung.
Pompeo ist ein vielseitiger Mann. Der aus Kalifornien stammende 54-Jährige machte einen Ingenieursabschluss an der renommierten Militär-Akademie West Point und diente fünf Jahre lang als Heeresoffizier. Im Kriegseinsatz war er allerdings nicht. Danach absolvierte Pompeo ein Jura-Studium an der Eliteschmiede Harvard und stieg bei einer Anwaltskanzlei ein. Später war er an der Gründung einer Zulieferfirma der Luftfahrt-Industrie beteiligt.
Als Mitglied der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung innerhalb der Republikanischen Partei wurde Pompeo dann 2010 ins Repräsentantenhaus gewählt. Die Expertise, die er sich im dortigen Geheimdienstausschuss erwarb, trug dazu bei, dass dann das Genehmigungsverfahren im Senat für seinen Posten an der CIA-Spitze glatt über die Bühne ging. afp