Ostern fällt im AWO-Kinderhaus aus

Falsch verstandene Toleranz

von Redaktion

Der Aufschrei unter den Eltern ist groß: Der höchste katholische Feiertag, das Osterfest, fällt im AWO-Kinderhaus in Markt Schwaben aus. Stattdessen wird des irischen Nationalheiligen St. Patrick gedacht. Lichterfest statt Martinsumzug, St. Patrick’s Day statt Ostern: Christliche Feste verschwinden immer häufiger aus Kindergärten und Schulen. Schuld sind eine falsch verstandene Toleranz gegenüber anderen Kulturen und ein fragwürdiges Selbstverständnis der Einrichtungen. Denn hinter der Erinnerung an christliche Feste in Kindergärten und Schulen steckt kein Missionarsgedanke. Vielmehr lernen Heranwachsende anderer Kulturen und Religionen wichtige Bestandteile unseres Kulturkreises kennen, in dem auch sie nun leben.

Weihnachten, Ostern und der St.-Martins-Tag sind in Deutschland Teil der Lebenswirklichkeit, religiöse Überzeugung hin oder her. Sie zu feiern, fördert den Integrationsprozess und grenzt niemanden aus. Die Aussage der Kinderhausleitung, Religion habe zuhause stattzufinden, ist absurd. Es geht nicht um Religion, sondern um einen Bildungsauftrag, gerade auch für Kinder mit Migrationshintergrund. Der Pfarrer hat Recht, wenn er sagt: Durch das Ignorieren christlicher Feste sind wir es, die unsere Kultur kaputt machen – und nicht die Ausländer.

Janine Tokarski

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