Daten-Skandal um Facebook

Verhalten überdenken!

von Redaktion

Ein Name, eine Handvoll Bilder, ein paar Dutzend Likes. Was nach wenig klingt, ist im Internet Gold wert: Denn aus solchen Daten lassen sich Persönlichkeitsprofile von Nutzern erstellen und, wie im Moment klar wird, für politische Beeinflussung nutzen. Das ist kein Geheimnis, sondern Teil des Geschäftsmodells des Milliardenkonzerns Facebook. Wer nun Skandal schreit, muss sich deshalb auch fragen, wie sorgsam er selbst mit seinen Daten umgegangen ist. Das gilt besonders für diejenigen, die gerade aus Protest ihren Facebook-Account löschen und das via Instagram, einer Facebook-Tochter (!), in die Welt posaunen.

Das entbindet den Konzern natürlich nicht von seiner Verantwortung. Tatsache ist: So sehr er sich für seine Gewinne interessiert, so wenig schert er sich um Datenschutz. Dass sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erst reumütig zeigte, als die Börsenkurse fielen, ist ein Indiz dafür, dass sich an dieser Haltung nichts geändert hat. Immerhin hat Zuckerberg strengere Regeln für den Zugriff Dritter auf persönliche Daten angekündigt. Ob wirklich hart durchgegriffen wird, darf bezweifelt werden. Auf jeden Fall kann es nicht bei einer halb garen Selbstregulierung bleiben.

Die Politik muss nun schnell reagieren, Datenschutzrichtlinien verschärfen und gewährleisten, dass sie künftig auch eingehalten werden. Dabei muss vor allem transparenter werden, was letzten Ende mit Daten passieren kann. Aber das genügt nicht: Jeder einzelne muss sein Verhalten in sozialen Netzwerken hinterfragen. Wir haben in der Hand, wie viel Facebook weiß.

Marcus Mäckler

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