John Bolton, vom 9. April an der neue Sicherheitsberater Donald Trumps, hat einst dem Irak-Krieg das Wort geredet. Er glaubt auch, dass Bomben dabei helfen könnten, die Nuklearambitionen des Irans auszubremsen oder Nordkoreas Diktator Kim Jong Un in Schach zu halten. Mit ihm rückt ein weiterer Anti-Diplomat in die nächste Nähe des US-Präsidenten, der einen politischen Rambo-Stil Verhandlungen vorzuziehen scheint.
Kein Zweifel: Trump umgibt sich nun mehr und mehr mit Leuten, die so denken und reden wie er. Kritik scheint verpönt. Die Kernfrage dabei ist, ob der Präsident und seine neuen knallharten Helfer begreifen, dass Konfrontation dem Land erheblich schaden kann. Die frischen Strafzölle gegen China haben nicht nur die Börsen-Indizes an der Wall Street in den Keller rauschen lassen. Sie werden auch viele Produkte für die US-Bürger verteuern. Und: Washington braucht die Hilfe Chinas dabei, den unberechenbaren Despoten in Pjöngjang in Schach zu halten. Auch an anderen Fronten droht Ungemach. Eine Aufkündigung der Atomverträge mit dem Iran – was Bolton propagieren dürfte – könnte am Ende die Konfliktgefahr in der Region massiv verschärfen. Und das wiederum würde wegen der damit verbundenen Unsicherheiten zu erheblichen Erschütterungen im globalen Finanz- und Wirtschaftssystem führen.
Will Trump, der stets „America First“ und „Jobs, Job, Jobs“ als Top-Prioritäten sieht, das? Vermutlich nicht. Nur muss man an seinen Fähigkeiten zweifeln, solche indirekten Nebenwirkungen auch zu erkennen.
Friedemann Diederichs
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