Digitalisierung an Schulen

Es hakt an vielen Stellen

von Redaktion

Es sind absurde Szenen, die sich morgens in den Schulen abspielen. Kinder stecken ihre ultra-dünnen Smartphones weg und ziehen kiloschwere Atlanten hervor; sie lesen in alten Büchern mit Eselsohren, während sie daheim Videos in HD schauen. Der Digitalisierungs-Vorstoß für Schulen von CSU-Staatsministerin Dorothee Bär kommt daher zwar viel zu spät, aber er bietet Chancen. Im Unterricht darf es nicht mehr nur um Wissensvermittlung gehen. Kinder müssen lernen, wie man die Informationsflut der digitalen Gesellschaft filtert und bewertet, von der sich viele Erwachsene abgehängt fühlen.

Die Digitalisierung des Unterrichts wird aber nicht so einfach, wie es bei Bär klingt. Sie philosophiert über die Ausstattung aller Schüler mit Tablets, während in machen Schulen alte PCs mit Röhrenbildschirm herumstehen und WLAN ein Fremdwort ist. Neben der Infrastruktur fehlt es zudem an pädagogischen Konzepten, die die Länder ausarbeiten müssen. Vor allem aber müssen Lehrkräfte geschult werden, damit künftig Pädagogen den Kindern die digitale Welt erklären und nicht mehr anders herum. Dafür sind unzählige Fortbildungen nötig, um das gesamte Lehrerkollegium – jung und alt – mitzunehmen. Neben Technik und Geld braucht es Zeit, die Versäumnisse des letzten Jahrzehnts zu beheben.

Sebastian Dorn

Sie erreichen den Autor unter

Sebastian.Dorn@ovb.net

Artikel 1 von 11