28 Spieltage sind rum, der Deutsche Meister 2018 steht fast fest – aber langweilig wird es in den letzten Bundesliga-Wochen nicht werden. Dafür sorgt der Kampf um die Plätze genauso wie die ewige Diskussion um Sinn oder Unsinn des Videobeweises. Wer mit dem eindeutigen Votum der Klubs für den dauerhaften Einsatz des Hilfsmittels im deutschen Fußball die Hoffnung auf ein Ende der Debatte verknüpft hat, wurde eines Besseren belehrt.
Dass die Eindrücke vom Oster-Wochenende – Hannover wurde ein umstrittenes Abseitstor zum 3:3 gegen Leipzig aberkannt, während Robert Lewandowskis Treffer gegen Dortmund aus ähnlich verdächtiger Position gar nicht erst überprüft wurde – Fans, Spieler und Funktionäre erzürnten, ist aber nur verständlich. Ein Brand-Brief von Hannovers Manager Horst Heldt liegt nun beim DFB. Dort sollte man die Gelegenheit für weitere Justierungen nutzen. Sie sind dringend notwendig.
Der Videobeweis ist dazu da, dieser millionenschweren Branche zu mehr Gerechtigkeit zu verhelfen. An schlechten Tagen aber schafft er genau das Gegenteil. Wenn eine „klare Fehlentscheidung“ in einem Stadion anders ausgelegt wird als in einem anderen, ist das nichts als: unklar und unfair. Es braucht Einheitlichkeit, Absprachen, Transparenz. In der Liga, aber auch mit Blick auf die WM – die sonst im Video-Chaos zu versinken droht.
Hanna Raif
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