Streit um die Kommunion

Die Reformverweigerer

von Redaktion

Das hatten wir doch schon einmal! Dass ein Kardinal aus Köln sich direkt an den Vatikan wandte, weil er meinte, seine Amtsbrüder seien theologisch auf dem falschen Weg. Vor knapp 20 Jahren war es, als sich Kardinal Joachim Meisner gegen die Überzeugung der Mehrheit der Bischöfe stellte, die einen Verbleib der katholischen Kirche im staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung befürworteten. Am Ende stand der von Papst Johannes Paul II. verordnete Ausstieg aus der Konfliktberatung

Jetzt kommt der Querschuss wieder aus Köln: Kardinal Woelki hat sechs Bischöfe gefunden, die mit ihm zusammen bezweifeln, dass der Beschluss der Bischofskonferenz, in Einzelfällen Protestanten zur Kommunion zuzulassen, mit dem Glauben und der Einheit der Kirche vereinbar ist.

Wieder ist das der Streit zwischen Prinzip und Lebenswirklichkeit, zwischen Paragrafen und Pastoral. Der Brief ist der Versuch, die kirchlichen Reformen, die Papst Franziskus – gerade auch mit Unterstützung des Münchner Kardinals Marx – auf den Weg bringen will, zu durchkreuzen. Der Papst ist es, der kirchenrechtlichen Paragrafenreitern immer wieder die pastorale Lösung entgegenhält. Man darf gespannt sein, ob es aus Rom ein Antwortschreiben geben wird. Papst Franziskus hat 2016 den Brief von vier Kardinälen gegen seine Öffnung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene einfach ignoriert. Vielleicht nicht die schlechteste Reaktion.

Claudia Möllers

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