Verzicht auf Skigebiet Riedberger Horn

Söders Flurbereinigung

von Redaktion

Das Riedberger Horn war noch vor drei, vier Jahren außerhalb des Allgäus kaum bekannt, ehe der Berg durch ein forsch vorangetriebenes Skilift-Projekt bayernweit zum Symbol für drohende Naturzerstörung wurde. Söder gibt nun klein bei. Der Skilift kommt nicht. Das ist ein guter Tag für den Naturschutz. Doch zu bedenken ist auch: Die Willkürakte, die es beim Riedberger Horn gab, haben enormen Flurschaden angerichtet und gerade auch konservative, (einst) CSU-nahe Umweltschützer verschreckt. Die CSU hatte den schweren Fehler begangen, für ein Skiprojekt den Alpenplan anzutasten. Das wird ihr noch lange nachhängen. Der Alpenplan ist nicht irgendein Papier, er ist eine Art Grundgesetz des alpinen Naturschutzes aus der Strauß-Ära, die die aktuellen Verantwortlichen ja sonst ständig preisen. Der Todsünde muss nun die Buße folgen: Der Alpenplan muss also wieder in der ursprünglichen Fassung gelten.

Leider wird die Staatsregierung dazu allenfalls durch ein Gericht gezwungen werden können. Bei Söder wird man das Gefühl nicht los, dass seine Einstellung zu Umweltfragen leider von Taktik geprägt ist – nicht aber von höherer Einsicht. Startbahn, Strabs und Skilift – es geht primär um politische Flurbereinigung im Vorfeld der Landtagswahl. Deshalb darf man auch annehmen, dass dem Nein zum Skilift bald ein Nein zum dritten Nationalpark folgen wird, der wenige aktive Befürworter, dafür umso mehr wütende Gegner hat. Es ist bitter: Naturschutz ist für manche primär das, was Wahlchancen erhöht.

Dirk Walter

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