Am Freitag war mal wieder Spatenstichtag in Bayern – leider nur an Autobahnen. Die Verkehrsminister Scheuer (Bund) und Aigner (Bayern) freuten sich, weil 350 Millionen Euro für die Verbreiterung zweier Teilstücke der A 73 und A 3 in Franken und der Oberpfalz verbaut werden können. Nichts dagegen zu sagen – der Ausbau ist bestimmt notwendig. Nur leider gibt es derartige Spatenstichtage bei der Bahn viel zu selten.
Unser S-Bahn-Gipfel hat aber einmal mehr gezeigt: Der Ausbau der S-Bahn-Außenäste muss dringend angepackt werden – wohlgemerkt parallel zum Bau der zweiten Stammstrecke in München, nicht erst hinterher. Nur mit der Beseitigung von Bahnübergängen, eingleisigen Strecken und des störenden Mischbetriebs von Güter-, Fern- und Regionalzügen auf überlasteten Gleisen sind Verspätungen langfristig in den Griff zu bekommen. Vieles, was die Bahn in gewiss bester Absicht ausprobiert, zuletzt etwa Einstiegshilfen am Hauptbahnhof, ist Kosmetik. Zu Recht fühlt sich die Bahn aber auch von der Politik im Stich gelassen. Der Etat des Bundes für die Schiene ist zwar angestiegen, reicht aber angesichts des deutschlandweiten Investitionsstaus hinten und vorne nicht. Das ist eine Herausforderung auch für die bayerische Staatsregierung. Sie sollte sich überlegen, ob es nicht Sinn macht, eine Art Marshallplan für die Bahn aus Landesmitteln zu stemmen.
Dirk Walter
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