Professionalisierung im Rettungsdienst

Nicht bei den Ärzten sparen

von Redaktion

Der Freistaat legt das Rettungswesen mehr in hauptamtliche Hände, und das ist auch gut so. Notfallsanitäter müssen medizinisch mehr können – und dürfen dadurch im Einsatz auch mehr als früher. So können sie für die Patienten wertvolle Minuten herausholen, die sonst verstreichen, bis ein Notarzt da ist. Mit der Gesetzesreform sind außerdem die medizinischen Maßnahmen, die der Rettungsdienst anwenden darf, endlich genau definiert. Das gibt Rechtssicherheit, wo bei der sogenannten Notkompetenz für die Helfer manchmal zwischen Lebensrettung und Körperverletzung eine Grauzone lag.

Die Reform im Rettungswesen darf nur in eines nicht ausarten: in ein Sparprogramm auf Kosten der Patienten. Ein Notfallsanitäter kann den Notarzt nicht ersetzen. Falls die Kostenträger der Versuchung erliegen, Ärztestellen abzubauen, wird die Notfallversorgung am Ende schlechter. Auch muss die Bezahlung der Notfallsanitäter zur Verantwortung passen, damit sich genügend Leute finden. Ausnahmeregeln, damit Ehrenamtliche bei Engpässen einspringen dürfen, sind nur die zweitbeste Lösung: Sie machen die Freiwilligen zu Lückenbüßern und kaschieren eine zu dünne Personaldecke.

Josef Ametsbichler

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