Glaubt man Donald Trump, so dürfte ein Treffen des US-Präsidenten mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un bis Anfang Juni stattfinden. Das rückt Fragen in den Vordergrund der Weltpolitik, die auch in Deutschland mit Blick auf Syriens Machthaber Baschar al-Assad debattiert werden: Unter welchen Vorbedingungen sollte ein Meeting mit einem notorischen Menschenrechts-Verletzer stattfinden? Und: Dient ein solcher Gipfel nicht in erster Linie der Aufwertung des Despoten?
Gerade bei einem Gipfel Trump-Kim muss befürchtet werden, dass der US-Präsident – auch begünstigt durch das Dauer-Chaos innerhalb des Weißen Hauses – ohne klares Konzept anreisen wird. Auch erscheint der oft unpräzise argumentierende Trump nicht als Politiker, der mit der Materie bis ins Detail vertraut verhandeln kann. Viele dürften deshalb sagen, man solle die Erwartungen nicht zu hoch schrauben – und dass miteinander reden, gegenseitige Vertrauensbildung und Eskalationsvermeidung das erste Ziel sein sollten. Das ist im Prinzip eine gut nachvollziehbare Position. Wobei dabei allerdings gerne ein Kernproblem außer acht gelassen wird, das sowohl für Kim wie auch Assad gilt: Wie kann zukünftiges Vertrauen zu einem Regime aufgebaut werden, das in der Vergangenheit mühsam ausgehandelte internationale Abmachungen konsequent verletzt hat?
Friedemann Diederichs
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