Die WM 2006 hat die deutschen Fußball-Fans in der Nachspielzeit, die ein gutes Jahrzehnt später angepfiffen wurde, in einen Zwiespalt gestürzt. Aus dem Sommermärchen wurde ein gekauftes Stück Glück. Wie sich herausstellte, waren märchenhafte Geldkoffer im Umlauf, um den Deutschen die Heim-WM zu schenken. Als der Skandal herauskam, starb die Fußball-Romantik.
Dass sich der Deutsche Fußball-Bund bis heute bemüht, seine Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, kann sich nun – so ungerecht geht es wohl nur im Fußball zu – als Pferdefuß erweisen. Deutschland bemüht sich um die EM 2024, und diesmal möchte man schon im Vorfeld keine Angriffsflächen bieten. Man nimmt die Auflagen der Transparenz, die das Bewerbungsverfahren begleiten, sehr ernst. Doch hinter den Kulissen ist es wie auf dem Platz: Fairplay funktioniert nur, wenn sich alle an die Regeln halten. Und dafür gibt es keine Garantien.
Niemand weiß zum Beispiel, wie es Recep Erdogan mit dem Fairplay hält. Die Türkei ist der einzige Konkurrent, und der Präsident hat sich fest vorgenommen, die EM zu holen. Wie zu hören ist, ist ihm jedes Mittel recht. Die Erfahrung lehrt, dass sich sportliche Großereignisse nur zu oft kaufen ließen. Märchenhaft leicht.
Andreas Werner
Sie erreichen den Autor unter
andreas.werner@ovb.net