Vor drei Wochen saß Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress in Washington, bemüht um staatsmännisches Auftreten. Seine Botschaft nach dem Skandal um für Wahlkampfzwecke verkaufte Nutzerdaten lautete: Wir haben verstanden. Das klang ganz gut – war aber offenkundig in erster Linie Wortgeklingel.
Denn schon gibt es die nächsten Negativ-Schlagzeilen. Mit WhatsApp-Mitgründer Jan Koum verlässt einer der wichtigsten Mitarbeiter das unruhig schaukelnde Facebook-Schiff. Laut Medienberichten geht er ausgerechnet im Streit um den richtigen, also behutsamen Umgang mit den WhatsApp-Nutzerdaten. Seit der milliardenschweren Übernahme des Kurznachrichtendienstes durch Facebook vor vier Jahren kämpfte Koum um besseren Datenschutz (ohne Erfolg) und eine sichere Verschlüsselung der Nachrichten (mit Erfolg). Nun gibt der Milliardär auf.
Der andere Milliardär, Zuckerberg, macht weiter. Und braucht rasch einen Plan, um die Daten-Monster Facebook und WhatsApp glaubwürdig zu zügeln. Andernfalls drohen neue Millionen-Strafen durch die Europäische Union. Und auch manche Nutzer dürften sich überlegen, ob ihre privaten Nachrichten wirklich über Facebook-Server laufen müssen. Alternativen gibt es längst.
Maximilian Heim
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