Die Kosten für die Sicherheit beim Oktoberfest bleiben offenbar konstant hoch, der durch die neuerliche Ausschreibung erwartete Rückgang bei den Ausgaben für die städtischen Ordner hat sich nicht eingestellt. Dass die Festwirte und Beschicker mittels der Umsatzpacht für dieses Kosten aufkommen müssen, ist systemisch bedingt. Denn laut Gemeindeordnung muss die Wiesn sich selbst tragen, Steuergelder dürfen keine fließen. Das wäre auch noch schöner, denn schließlich machen die Wirte den Profit.
Dass die 5,1 Prozent Pacht nicht ausreichen, um die Sicherheitskosten zu finanzieren, mag man der Verwaltung verzeihen. Die Umsatzpacht, die 2017 erstmals erhoben wurde, fußte auf einer Schätzung. Bis dahin hatten die Wiesnwirte ihre Umsätze nämlich nie offenlegen müssen. Nun soll die Pacht auf 7,8 Prozent bei den großen und auf 6,1 Prozent bei den kleineren Betrieben steigen.
Dass die Gastronomen diese bis zu 50-prozentige Kostensteigerung direkt an den Verbraucher weitergeben, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Daher brauchen wir jetzt eine erneute Debatte um eine Preisbremse auf dem Oktoberfest. Denn nach wie vor hätte die Stadt die Möglichkeit, die Preise zu regulieren – und zwar alle, nicht nur die fürs Bier. So lange die Stadt als Veranstalter da nicht eingreift, wird die Wiesn jedes Jahr teurer werden – und zwar mit Sicherheit.
Sascha Karowski
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