Die Rechnungsprüfer und der BR

Man schüttelt den Kopf

von Redaktion

Der Bayerische Rundfunk habe die Kosten nicht im Griff, urteilte der Oberste Rechnungshof (ORH) vor zwei Jahren – und löste eine Debatte über den unkontrolliert (Gebühren-)Geld verschlingenden öffentlich-rechtlichen Sender aus. Die Verantwortlichen des BR scheinen daraus gelernt zu haben, der neue Bericht der Kassenprüfer fällt jedenfalls weitaus milder aus. Es seien „gewaltige Sparanstrengungen“ gemacht worden.

Das ist sicher richtig – und doch nur die halbe Wahrheit, denn viele Zahlen in der Expertise sprechen eine andere Sprache. Nach wie vor binden die Pensionslasten große Summen, je nach Zinsentwicklung könnte die Deckungslücke bis 2020 auf mehr als 400 Millionen Euro steigen. Und trotz üppiger Beitragseinnahmen kommt der Sender kaum mit seinem Geld aus. Auch die Zahl der Mitarbeiter sank in den vergangenen Jahren nicht nennenswert – allen Reden von „schmerzhaften Einschnitten“ zum Trotz.

Die Chefetage ruft schon jetzt nach einer „Beitragsanpassung“ ab 2021. Vielleicht sollte sie vorher bei sich selbst Sparpotenziale ausschöpfen, und sei es als Signal des guten Willens. Der BR hat sich, auch das steht im Bericht, eine weitere hoch dotierte Direktorenstelle geschaffen und das Gehalt des Intendanten in vier Jahren um mehr als ein Sechstel erhöht. Man schüttelt den Kopf.

Rudolf Ogiermann

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