Berlin – Die Organisatoren des Anti-AfD-Protests am kommenden Sonntag in Berlin erwarten deutlich mehr Teilnehmer als bei der Demonstration „Zukunft Deutschland“ der AfD. Bei einer Pressekonferenz stellten fünf Bündnisse gestern ihre Protest-Pläne vor. „Unser Ziel ist es, so viele Menschen auf die Straße zu bekommen, dass für die AfD kein Durchkommen ist“, sagte eine Sprecherin. Sie erwarte bei vier Haupt-Demonstrationen „deutlich mehr als 10 000 Menschen“. Derweil korrigierte die AfD ihre erwartete Teilnehmerzahl nach unten: Der AfD-Bundesvorstand rechnet nun mit 2500 bis 5000 Demonstranten – angekündigt waren zunächst 10 000 Menschen.
Der AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz will deshalb einigen Teilnehmern an der Berlin-Demo einen Zuschuss zahlen. Insgesamt stünden dafür 1500 Euro zur Verfügung, sagte Parteisprecher Robin Classen in Mainz. Die ersten 30 Demonstranten, die sich melden, sollen demnach jeweils 50 Euro erhalten. Zuvor hatte die Exif-Rechercheplattform über eine entsprechende Mail von AfD-Landeschef Uwe Junge an Parteimitglieder berichtet.
Es habe die Überlegung gegeben, einen Bus nach Berlin zu organisieren oder einen Zuschuss bei eigener Anreise zu zahlen, erklärte Classen. Der Landesvorstand habe sich für die flexiblere Lösung des Zuschusses entschieden. Die Teilnehmer reisten nun einmal aus unterschiedlichen Ecken von Rheinland-Pfalz an. Für den Zuschuss sei ein Nachweis nötig – etwa ein Foto von der Demonstration am Berliner Hauptbahnhof.
„Das ist unnötig, aber sicher gut gemeint“, kommentierte Bundesvorstandsmitglied Andreas Kalbitz die Aktion. Parteichef Jörg Meuthen, der als Redner erwartet wird, erklärte auf Anfrage, das Angebot sei ihm „komplett unbekannt“. Die Demo der AfD in Berlin steht unter dem Motto “Zukunft Deutschland“.