Bei der Planung des Familienurlaubs kann einen schon mal der Ärger packen. Wenn die einschlägigen Internetportale den Flug einen Tag vor Ferienbeginn für den halben Preis auflisten, dürften so manche Eltern ins Grübeln kommen. Kann sich der Nachwuchs den letzten Schultag nicht sparen? Schließlich ist längst Notenschluss und den Satz des Pythagoras packt die Lehrerin doch ohnehin erst nach den Ferien an. Also Stift gezückt, Entschuldigung unterschrieben und ab ans Meer. Tut doch niemandem weh. Oder?
Doch! Eine solche Entscheidung richtet mehr Schaden an, als man auf den ersten Blick glaubt. Zum einen vermittelt es den Kleinen die Botschaft: So genau muss man es mit der Schule ja nicht nehmen. In einer Zeit, in der so mancher Sprössling ohnehin Probleme hat, sich an Regeln zu halten und von den Schulen pausenlos das Vermitteln von Werten verlangt wird, nicht gerade förderlich. Die Dummen sind am Ende die anderen Eltern, die sich brav an den Ferienstart halten, am Tauerntunnel im Stau stehen und sich fragen, ob sie nicht beim nächsten Mal auch ein bisschen flunkern sollten. Dazu kommt, dass den Schülern die ein oder andere Stunde abseits des Lehrplans mal richtig gut tun kann – ganz ohne den leidigen Pythagoras.
Dominik Göttler
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