Berlin – Gerade noch rechtzeitig vor der Sommerpause haben sich Union und SPD über die Umsetzung der noch in der vergangenen Wahlperiode beschlossenen Reform der Ausbildung für Pflegeberufe verständigt. Hätte man sich auch diesmal nicht über die Ausbildungsverordnung einigen können, wäre der Zeitplan zur Einführung im Jahr 2020 in Gefahr geraten. Die Reform sieht eine gemeinsame Ausbildung von zwei Jahren für alle Pflege-Azubis vor. Im dritten Jahr können sie dann die allgemeine Ausbildung fortsetzen – oder sich auf die Kinder- oder Altenpflege spezialisieren. Die Altenpflege-Arbeitgeber fürchten durch die neue Regelung überzogene Ausbildungsanforderungen, die mögliche Berufsanwärter abschrecken könnten. Es sei ärgerlich, dass die Union den privaten Pflege-Arbeitgebern habe entgegen kommen wollen, indem sie versucht habe die Ausbildung in der Altenpflege qualitativ abzuwerten, sagte SPD-Verhandlerin Bettina Müller am Freitag unserer Zeitung. Die SPD habe, aber „in zähen Verhandlungen das Schlimmste verhindern“ können. CSU-Verhandler Erich Irlstorfer nannte die erzielte Einigung ein „gelungenes Paket“. Allerdings seien auch noch Nachbesserungen denkbar, wenn die Verordnung Ende Juni ihren Weg durch den Bundestag nimmt, sagte er unserer Zeitung. Sebastian Horsch