Die bemannte Raumfahrt zu teuer. Der Nutzen gering. Das sagen Kritiker. Doch sie verkennen die Realität. Zunächst lohnt sich ein genauer Blick auf die Kosten. Der Etat der Europäischen Weltraumgesellschaft (ESA) liegt derzeit bei 5,6 Milliarden Euro im Jahr. Das sind nicht einmal vier Prozent des Gesamtetats der EU. Zum Vergleich: Die US-amerikanische Nasa hat 16,5 Milliarden Euro zur Verfügung.
Ein Teil des Geldes fließt in die bemannte Raumfahrt. Und das hat gute Gründe: Es wird noch viele Jahrzehnte dauern, bis Roboter den Menschen im Weltall ersetzen können. Allein die Vielzahl unserer sensorischen und geistigen Fähigkeiten kann kein Roboter aufweisen. Astronauten können bei Experimenten eingreifen und Pannen beheben, Tests korrigieren und ändern. Programmierte Roboter meist nicht.
Waren früher bemannte Raumfahrten vor allem Prestigeprojekte der USA und der Sowjetunion im Wettstreit der Weltmächte, sind sie heute ein Paradebeispiel für Völkerverständigung. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, dass russische Sojus-Kapseln US-Astronauten ins Weltall bringen. Hoffen wir, dass das so bleibt.
Florian Quanz
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