Mit großen Ambitionen startete Rockavaria vor drei Jahren. Die damaligen Headliner Metallica, Kiss und Muse waren ein Angriff auf das bayerische Rockfestival-Monopol von Rock im Park in Nürnberg: Olympiapark statt Zeppelinfeld war die Devise der Veranstalter.
Heute ist klar: Zu einem Konkurrenten auf Augenhöhe konnte sich Rockavaria (bisher) nicht entwickeln. Trotzdem wäre es schade, wenn das Rock-Wochenende der Landeshauptstadt nicht erhalten bliebe. Nach der Absage im vergangenen Jahr wagten die Verantwortlichen einen neuen Anlauf am Königsplatz mit schmalerer Band-Besetzung und deutlicherem Zuschnitt: der Samstag als reiner Metal-Tag, am Sonntag die breitere Rock-Palette. Der kurzfristige Ausfall der Toten Hosen schmerzt natürlich – aber den kann man den Machern nicht ankreiden.
Klar, Verbesserungs-Potenzial bleibt. Bei der mitunter langen Wartezeit am Einlass. Bei den sanitären Anlagen. Beim immer wieder gesperrten Zugang zur Nebenbühne oder zu den Wellenbrechern vor der Bühne. Aber einer Kulturstadt wie München kann es trotz dieser Schönheitsfehler nur gut tun, wenn einmal im Jahr zwischen Glyptothek und Antikensammlungen die Gitarren glühen.
Dominik Göttler
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