Ältere sollen länger im Job bleiben. Frauen, die in Teilzeit arbeiten, dazu bewegt werden, auf Vollzeit umzusteigen. Langzeitarbeitslose sollen in Lohn und Brot gebracht werden. Jugendliche, die ohne Ausbildung sind, motiviert und mobilisiert. Denn Deutschland fehlen Fachkräfte – nicht überall und nicht in jedem Bereich. Im Großraum München allerdings ist der Fachkräftemangel Realität. Er kostet Wirtschaftsleistung – Tag für Tag. Das inländische Potenzial wird nicht reichen, um die Lücke zu schließen. Ein Konzept für eine geregelte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte (wie im Koalitionsvertrag vereinbart) ist längst überfällig.
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag fordert seit Langem ein Zuwanderungsgesetz und hat gleich ein entsprechendes Konzept dazugelegt – entwickelt vom Münchner ifo-Institut. Danach soll die Zuwanderung von Fachkräften zweigleisig laufen: Ausländer mit konkretem Jobangebot sollen leichter einwandern können. Bei Ausländern ohne Arbeitsvertrag in der Tasche soll ein Punktesystem wie in Kanada greifen. Ein schlüssiges Konzept, das zügig umgesetzt werden sollte. Denn: Je größer der Fachkräftemangel, umso mehr steigen die volkswirtschaftlichen Verluste. Konkret bedeutet das unter anderem: Gaststätten schließen, weil sie keine Köche mehr finden. Handwerker müssen Aufträge verschieben oder ablehnen.
Manuela Dollinger
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