Aus fürs „Chiemgauer Volkstheater“

Zeit für etwas Neues

von Redaktion

Dass sich ein Fernsehpublikum im Lauf der Jahrzehnte verändert, ist eine Tatsache, der Sender, die möglichst viele Zuschauer erreichen wollen, Rechnung tragen müssen. So gesehen ist die Entscheidung des Bayerischen Rundfunks, das „Chiemgauer Volkstheater“ aus dem Programm zu nehmen, nur auf den ersten Blick unverständlich.

Sicher gibt es eine Menge vor allem älterer Fans, die Bernd Helfrich und seine Truppe jetzt schmerzlich vermissen werden. Und natürlich gibt es immer auch gute Argumente, ein Format noch ein, zwei, drei Jahre weiterlaufen zu lassen. Es, wie vom BR angeführt, wegen des Geldes einzustellen, ist allerdings kein gutes Argument – jede Film- oder Serienproduktion kostet das Vielfache eines Theatermitschnitts.

Dennoch ist die Strategie des Münchner Senders nachvollziehbar. Es ist richtig und wichtig, neue Formen von Volkstheater zu finden – für ein neues, jüngeres Publikum. Viele Sujets haben sich überlebt, das bäuerliche Leben, wie es bis heute in vielen Schwänken erzählt wird, gibt es so nicht mehr. Im besten Fall erschließt sich der BR nun neue Zuschauerschichten. Und für alle (anderen) gibt es ja weiterhin den guten alten „Komödienstadel“.

Rudolf Ogiermann

Sie erreichen den Autor unter

Rudolf.Ogiermann@ovb.net

Artikel 11 von 11