Digitalisierung des Gesundheitswesens

Durchblick schaffen

von Redaktion

Deutschlands Gesundheitsminister wollen Patienten vor Medizinerlatein schützen. Bald soll jeder, der eine Klinik verlässt, einen Brief vom Arzt in die Hand bekommen. Und – das ist neu – er soll sogar verstehen können, was drin steht. Ein guter Anfang. Auf dem Weg zum mündigeren Patienten wäre etwas anderes aber noch dringender: die lange verschleppte Digitalisierung.

Auch im Jahr 2018 ist das deutsche Gesundheitssystem noch eine gigantische Zettelwirtschaft. Im Laufe eines Lebens versorgen viele Ärzte den selben Menschen. Sie fertigen unzählige Unterlagen über ihn an, die aber nirgends zusammenlaufen. Die Intransparenz im System erhöht nicht nur die Gefahr, unnötig oder doppelt behandelt zu werden. Auch hat der Patient keinen Überblick. Er kann zum Beispiel nur mit Aufwand nachvollziehen, welche Leistungen ein Arzt für ihn abrechnet.

Doch es gibt Hoffnung. Mehrere Kassen arbeiten an digitalen Akten, die Versicherte ihre Daten einsehen und verwalten lassen. Ab 2019 sollen zudem Ärzte und Kliniken digital Informationen austauschen können. Ob dieser Termin gehalten wird, ist zwar fraglich. Doch schon weil Gesundheitsminister Jens Spahn sich auf diesem Feld profilieren will, könnte nun endlich was vorwärts gehen. Für die Patienten wäre das ein Gewinn.

Sebastian Horsch

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