Flüchtlingsboot

Niemand will „Lifeline“

von Redaktion

Auch Spanien lehnt Aufnahme ab

Madrid/Rom – Für das blockierte deutsche Rettungsschiff „Lifeline“ mit rund 230 Migranten an Bord wird die Lage immer bedenklicher. Auch Spanien erteilte der Dresdner Organisation Mission Lifeline am Montag eine Absage, in einen Hafen des Landes einzufahren. Zudem droht auf dem Mittelmeer schlechtes Wetter. Die Lage könnte so für die deutsche Besatzung und für die Flüchtlinge lebensgefährlich werden, sagte der Grünen-Parlamentarier Manuel Sarrazin nach einem Besuch auf dem Schiff. „Wenn das Wetter schlecht ist, haben wir eine Seenotsituation.“

Derweil darf ein dänisches Containerschiff, das in der Nacht zum Freitag 113 Migranten an Bord genommen hatte, nach tagelangem Warten nun wohl in Italien anlegen. Der Bürgermeister der sizilianischen Stadt Pozzalla erklärte italienischen Nachrichtenagenturen am Montagabend, dass Innenminister Matteo Salvini die Hafeneinfahrt der „Alexander Maersk“ erlaubt habe.

Die „Lifeline“ hingegen hatte am Donnerstag Migranten aufgenommen und befindet sich immer noch in der Nähe von Malta in Warteposition. Malta fühlt sich nicht zuständig. Und in Italien will die neue Regierung private Hilfsorganisationen komplett verbannen. „Es besteht konkrete Gefahr auch für deutsche Staatsbürger“, sagte Sarrazin. Nach seinen Angaben sind 17 deutsche Besatzungsmitglieder an Bord. „Die Menschen sitzen dicht gedrängt an Bord.“ Der Kapitän habe seit Tagen keine Anweisungen mehr erhalten, auch nicht aus Ländern wie Libyen, wo die Migranten abgelegt hatten.

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