Brüssel – Wegen eines geplanten Terroranschlags auf eine Versammlung von 25 000 Exil-Iranern in Frankreich sind in Belgien zwei Verdächtige festgenommen worden. Zudem wurden in Frankreich ein möglicher Komplize festgesetzt und in Deutschland ein iranischer Diplomat befragt, wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte. Zugeschlagen hätten die Ermittler aufgrund von Geheimdienstinformationen. Bei der Aktion wurde Sprengstoff beschlagnahmt.
Ziel der Attentatspläne war eine Veranstaltung der im Iran verbotenen Organisation Volksmudschahedin am vergangenen Samstag in Villepinte in Frankreich. Dort versammeln sich jedes Jahr Exil-Iraner, um gegen die Machthaber in Teheran zu demonstrieren.
Die beiden belgischen Verdächtigen – ein 38-Jähriger und seine 33-jährige Frau, beide mit iranischen Wurzeln – seien in einem Mercedes von Spezialeinheiten der Polizei in Brüssel gestoppt worden. Im Auto hätten sich 500 Gramm des Sprengstoffs TATP und eine Zündvorrichtung gefunden.
Ein Ermittlungsrichter hat gegen das Paar Haftbefehl wegen eines versuchten Terroranschlags und anderer Delikte erlassen. Die Polizei Antwerpen hat zudem fünf Gebäude in verschiedenen Orten durchsucht. Ergebnisse wurden zunächst nicht genannt. Offen blieb auch, wo der iranische Diplomat in Deutschland befragt wurde. Er ist den Angaben zufolge an der Botschaft in Wien tätig.
Irans Außenminister Mohamed Dschawad Sarif äußerte via Twitter Zweifel an dem geplanten Anschlag und bezeichnet die ganze Sache als dubios. Trotzdem wolle Teheran bei der Aufklärung mithelfen.