Achtung, Leute mit Hang zum fröhlichen Draufschlagen auf die Bahn (Neudeutsch: Bahn-Bashing) müssen jetzt ganz stark sein. Heute gibt es nämlich mal ein Lob für das oft zu Recht gescholtene Massenfortbewegungsmittel: Die modernisierten S-Bahnen sind kein Quantensprung, wohl aber ein echter Fortschritt. Die neue Innenraum-Optik besticht trotz einiger Schönheitsfehler durch Transparenz und ein offeneres Raumkonzept. Insgesamt ein guter Zug der Bahn.
Über die Details der Modernisierung könnte man ewig streiten. Sind die neuen Polsterbezüge haltbarer als die alten, passen die Haltegriffe, sind die Info-Monitore überdimensioniert? Geschenkt! Kerngedanke der Modernisierung war es, die Eingänge freizuräumen und den Passagierfluss zu verbessern. Schon richtig: Dafür mussten Sitzplätze geopfert werden, das macht es gerade für Senioren nicht komfortabler. Aber Vorrang hat die Erhöhung der Gesamt-Kapazität und ein schnelleres Ein- und Aussteigen. Das – und leider nicht mehr Komfort – sind die Faktoren, die im S-Bahn-Betrieb unter den heutigen (alles andere als optimalen) Bedingungen zählen. Die Herausforderungen der Zukunft sind ohnehin andere: Nicht nur die Stammstrecke, auch die S-Bahn-Außenäste und auch die U-Bahn (U9 und U5) müssen dringend ausgebaut werden. Hier wurde leider in der Vergangenheit viel versäumt.
Dirk Walter
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