Es ist kein einfacher Job, sich in Großbritannien um das marode Gesundheitssystem zu kümmern. Jeremy Hunt hat es so lange getan wie keiner vor ihm. Nun profitiert er von den Brexit-Wirren: Premierministerin Theresa May hat den 51-Jährigen treuen Gefolgsmann vom Gesundheits- zum Außenminister befördert. Hunt kommt aus wohlhabendem Hause und studierte in Oxford – eine typisch britische Politiker-Karriere. Der verheiratete Vater dreier Kinder sitzt seit 2005 als Konservativer im britischen Unterhaus. Im Brexit-Referendum setzte er sich – wie May – noch für den Verbleib Großbritanniens in der EU ein, hat aber die in der Volksabstimmung geschaffenen Fakten akzeptiert. Skandalfrei war Hunts Karriere nicht. Beinahe wäre er über den Skandal um enge Verbindungen britischer Politiker zum Medienzar Rupert Murdoch gestolpert.