zu May/Brexit

von Redaktion

Financial Times, London

Pressestimmen

„Es mag noch mehr Rücktritte in der Regierung geben. Aber diese Konfrontation der Brexit-Anhänger mit der Realität war überfällig. Premierministerin Theresa May hätte sich gegen die Hardliner schon vor Beginn der formellen Austrittverhandlungen durchsetzen müssen. Das Wutgeheul und Wunschdenken derer, die einen klaren Bruch mit der EU befürworteten, prallte auf die harten Realitäten der wirtschaftlichen Interessen Großbritanniens. (…)“

„May muss sich der scharfen Kritik ihrer euroskeptischen Parteimitglieder und der Presse stellen. Mit dem Rücktritt Johnsons steigt die Wahrscheinlichkeit eines offenen Kampfes um die Parteiführung und damit das Amt des Premierministers. Das Lager der Brexit-Hardliner wäre groß genug, um in der konservativen Unterhausfraktion eine Misstrauensabstimmung über May zu erzwingen. Um sie als Parteichefin abzuwählen, bedürfte es aber einer Mehrheit der konservativen Abgeordneten. Diese ist keineswegs gesichert.“

„Der scheidende Brexit-Minister und der Außenminister hinterlassen ihren Nachfolgern eine große Bürde. Sie haben auch wenig abgearbeitet. Davis und Johnson hatte über Monate Zeit, einen Brexit mit möglichst geringen Nachteilen für die britische Wirtschaft durchzusetzen. Sie hatten eine Chance für ihre Version des EU-Austritts. Sie haben sie nicht nutzen können.“

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