Nein, nach einem Hirngespinst klingt das nicht: Gondeln über dem Frankfurter Ring. Münchens OB Reiter (SPD) und Bayerns Verkehrsministerin Aigner (CSU) meinen es ernst mit dem spektakulären Seilbahn-Projekt im Norden der überquellenden Landeshauptstadt. Eine Allianz zwischen Stadt und Freistaat, die zu begrüßen ist – über Parteigrenzen hinweg. Dabei muss man wissen, dass Aigner zu Reiter einen wesentlich besseren Draht hat als etwa zu Ministerpräsident Söder.
Kreative Ideen sind gefragt, um Abhilfe für das tägliche Verkehrschaos in München zu schaffen. Die Landeshauptstadt ist arg in Verzug mit dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrssystems und wird vom rapiden Einwohnerwachstum überrollt. Eine 4,5 Kilometer lange Teststrecke über dem Frankfurter Ring soll nun ausloten, ob Seilbahnen als alternatives Verkehrsmittel auch an anderen Stellen der Stadt tauglich wären. Der Optimismus von Reiter und Aigner in allen Ehren: So einfach wird die Umsetzung wohl nicht gehen. Konflikte mit Anwohnern oder Schwierigkeiten beim Grundstückserwerb sind nicht auszuschließen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Idee nicht so endet wie der Transrapid: in einem verkehrspolitischen Grab.
Klaus Vick
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