Ausflugsverkehr in Oberbayern

Natur im Freizeitstress

von Redaktion

Der Trend ist seit Jahren bemerkbar: Egal ob an den Seen oder an den Bergen – es wird irgendwie immer voller. Der Mensch drängt in die Natur – und erdrückt sie zugleich. Die schiere Masse macht’s. Sie plättet einsame Alpenpfade zu Bergautobahnen und walzt abgelegene Ortsstraßen (etwa am Walchensee) zu Stau-Ausweichrouten aus. Das ist gewissermaßen die Kehrseite des Oberbayern-Booms, der glänzenden Wirtschaftsdaten, des steten Zuzugs und einer Tourismusbilanz, die offenbar ohne immer neue Rekorde nicht existieren kann – oder wie sonst soll man die steten Förderprogramme des Staats verstehen?

Hier gegenzusteuern, ist sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Egal ob Bergwanderer, Badehungriger oder Freizeitkapitän – man wird lernen müssen, mit manchen Verboten zu leben. Da hilft alles Jammern etwa über ein Schlauchboot-Verbot auf der Isar nichts. Wenn’s der Natur hilft, muss es sein. Aber auch der Staat ist beim Umsteuern gefragt: Ansätze wie die Bergsteigerdörfer, mit denen der Alpenverein den sanften Tourismus fördert, müssen konsequent verfolgt werden. Vor allem aber bei der Bändigung der Verkehrslawine, die sich über unsere Alpen ergießt, ist Initiative gefragt. Man kann nur wieder und wieder die Appelle wiederholen, die Oberlandbahn endlich zu elektrifizieren und die Werdenfelsbahn zweigleisig auszubauen – Themen, die bei der letzten Nahverkehrsoffensive der CSU-Staatsregierung leider fehlten.

Dirk Walter

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