Masterplan für saubere Luft

Reinen Wein einschenken

von Redaktion

Münchens Stadträte haben jede Menge Lesestoff für das Wochenende. 127 einzelne Maßnahmen sind in dem „Masterplan“ für saubere Luft aufgeführt, der kommende Woche verabschiedet werden soll. Das Ziel, die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid bis 2020 zu erreichen, wird sich allerdings auch mit diesem Maßnahmenbündel nicht erreichen lassen. Stattdessen wird immer deutlicher, dass an Fahrverboten kein Weg vorbeiführt.

Denn selbst wenn die Stadt alle Hebel in Bewegung setzt und beim Ausbau der Elektromobilität und des öffentlichen Personennahverkehrs einen riesigen Schritt voran macht, ist bis 2020 noch nicht viel gewonnen. Die großen ÖPNV-Projekte, von der Tram-Westtangente über die U9 bis zur Fertigstellung der Zweiten Stammstrecke, brauchen schlicht mehr Zeit und können in zwei Jahren noch nicht für eine Entlastung sorgen. Gleichzeitig ist es selbst für den größten Optimisten völlig unrealistisch, dass bis 2020 die Hälfte der Autos in München mit elektrischem Antrieb unterwegs sein werden. Nur unter dieser Bedingung wäre es aber möglich, die Grenzwerte stadtweit einzuhalten.

Bleiben als Ultima Ratio also nur noch Fahrverbote. Natürlich darf man auf ein Wunder hoffen – und solche Verbote ausschließen. Politisch verantwortliches Handeln sieht jedoch anders aus. Mit klaren Regelungen wissen Autofahrer wie -hersteller, woran sie sind, während drohende Fahrverbote als Damoklesschwert nur zur weiteren Verunsicherung beitragen.

Marc Kniekamp

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