Rücktritt von Nikki Haley

Ausstieg als Chance

von Redaktion

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Wer ersetzt Nikki Haley, die in ihrer Amtszeit als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen zumindest bei einigen Themen als gemäßigte Kraft gegenüber den Hardlinern der Trump-Regierung agierte? Wäre das Verkaufen von Schuhen ein Kriterium für Eignung, so müsste die von Insidern schnell ins Spiel gebrachte Präsidententochter Ivanka eigentlich einen guten Job machen. Doch die Modedesignerin hat wohl hier die Grenzen der eigenen Fähigkeiten erkannt und rasch abgesagt.

Nikki Haley hält sich jedenfalls mit ihrem überraschenden Ausstieg aus dem Trump-Team im Guten alle Optionen für eine politische Zukunft offen. Die Tochter von Migranten aus Indien, einst Gouverneurin von South Carolina, gilt – was Skandale angeht – als weitgehend unbefleckt und ist besonders unter konservativen Frauen populär. Die erst 46-Jährige will zwar 2020 nicht als Präsidentschafts-Kandidatin antreten – vermutlich, weil sie weiß, dass der wieder kandidierende Trump für sie ein unüberwindbares Hindernis wäre. Doch 2024 stünde ihr diese Option offen. Dass sie sich nicht scheut, unbequem zu sein, hat ihre Kritik am Präsidenten bei Themen wie dem Neonazi-Phänomen gezeigt, das Trump gerne verniedlicht. Und nun ist ihr Gesicht durch die Arbeit bei den UN Millionen Amerikanern bekannt geworden. Man darf darauf wetten, dass sich Nikki Haley noch nicht am Ende der politischen Trittleiter sieht.

Politik @ovb.net

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