Zu wenig für die Umwelt? Oder genau richtig? Weitere 35 Prozent weniger CO2-Ausstoß der Autos sind in jedem Fall eine schwer zu knackende Nuss für Auto-Entwickler. Es ist sicher, dass es mit Verbrennungsmotoren nicht zu schaffen ist. Der Umstieg auf Elektroautos wird erzwungen. Für deren Bau braucht man Kobalt, ein Metall, das in Afrika meist unter höchst fragwürdigen sozialen und ökologischen Bedingungen gefördert wird.
Unabhängig von der Klimafrage ist es aber wichtig, von Benzin und Diesel – so zügig wie technisch möglich und ökologisch verantwortbar – loszukommen. Denn ihr Hauptbestandteil Kohlenstoff ist wegen vieler Eigenschaften, die man erst zu erforschen beginnt, ein Schlüssel-Rohstoff für viele Zukunftstechnologien. Es wäre eine Schande, wenn wir unseren Enkeln beichten müssten, dass wir die Bausteine für ihre Zukunft bereits in Form von Treibstoff leichtfertig verbrannt haben.
Die Spar-Potenziale sind ohnehin begrenzt. In der Luftfahrt ist nichts in Sicht, was Kerosin ersetzen könnte. Und für den Fernlastverkehr wird Diesel noch lange unverzichtbar sein. Das Verbrennen geht also weiter. Um dort, wo es machbar ist, von fossilen Energieträgern wegzukommen, bräuchten wir dringend eine Infrastruktur für ausreichend umweltneutral erzeugten Strom. Das wäre eine Aufgabe für zukunftsorientierte Politik. Aber es ist ein weitaus anstrengenderer Job, als am grünen Tisch Grenzwerte festzulegen, die andere einhalten müssen.
Martin.Prem@ovb.net